Die Wings of Wismar ist eine klassische Regattayacht und befindet sich seit 2013 im Besitz des Vereins. Seitdem bestreitet sie jede Woche auf der Wismarer-Bucht die Mittwochsregatta und dient den Mitgliedern als Törn-, Regatta- und Ausbildungsboot.
Neben dem Training nimmt der Verein mit dem Schiff auch an klassischen Regatten (z.B. German Classics) rund um die Ostsee teil und holt dabei die ein oder andere Platzierung mit nach Hause.
Im Winter erfolgen oft aufwändige Sanierungsarbeiten und Verbesserungen an Holz, Elektrik, Segeln, Leinen und Schotführungen.

Die ursprünglich Nicola IV getaufte Segelyacht wurde 1966/67 in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen privaten Auftraggeber, der Bremer Yachtwerft De Dood und dem amerikanischen Konstruktionsbüro W. H. Tripp entwickelt. Sie wurde unter der Anleitung Bill Tripps in Doppelkraweelbauweise (2x19mm Tabasco-Mahagoni, verklebt und geschraubt) auf lamellierten Eichenspanten (Spantabstand 22,5cm) gebaut. Hauptsächlich sollte die Nicola IV bei Hochseeregatten, wie dem Admirals Cup und anderen Regatten auf Nord- und Ostsee eingesetzt werden. Sie besitzt einen geteilten Lateralplan, ein Zwei-Salings-Alu-Rigg und kann Einhand aus dem Cockpit gesegelt werden.

In den ersten Jahren nahm die Yacht erfolgreich an diversen Regatten teil und erlebte unter anderem bei der Rund Skagen ihren schwersten Sturm (12 Bft, Bruch Ruderquadrant), bis 1969 die Vermessungsregeln für den Admirals Cup geändert wurden und das Schiff den Besitzer wechselte. Ein Hamburger Arzt baute es zum Fahrtenschiff um und nutze es fortan unter dem Namen Memory für längere Urlaubstörns nach Schweden und Norwegen mit dem Heimathafen Kiel. Heute sind 6 Kojen, 2 zusätzliche Behelfskojen, eine Pantry, ein Kartentisch, ein WC und viel Stauraum auf dem Boot zu finden.
„Zunächst stach sie hervor, indem sie sich als eine der zur Zeit schnellsten deutschen RORC-Yachten erwies. Darüber hinaus ist sie von ihren Konkurrentinnen durch den extrem hohen Freibord deutlich zu unterscheiden. Dieser, die geringe Breite (3,18 m bei einer Länge über Alles von 12,32 m), das stark gewölbte Hochdeck mit dem stromlinienförmigen Aufbau und das V-förmige Heck mit einfallendem Spiegel geben der „Nicola IV” ein sehr ungewöhnliches Aussehen. Sie thront eher auf dem Wasser, als darin zu schwimmen.”
So beschrieb die Yacht in Ausgabe 11/67 das etwas ungewöhnliche Aussehen der „Nicola IV” (heute Wings of Wismar).
Die Yacht zeigt ihr Potenzial besonders bei mittleren bis starken Winden. Zwar ist sie dank stark überlappender Genua (G1 mit 145 % Überlappung) recht gut betucht, das hohe Gewicht fordert aber bei Leichtwind seinen Tribut. Mit zunehmenden Winden stehen dann neben der G1 weitere Vorsegel (120 %, 100 %, 80 %) bis hin zur Sturmfock zur Verfügung. Zudem besitzt das Großsegel zwei Reffreihen. Wo andere Yachten bereits reffen müssen, bleibt die WoW allerdings lange neutral und sehr gut kontrollierbar. Sie gleitet stabil, ruhig und mit einer bemerkenswerten Laufruhe durch die See und bietet damit hohe Sicherheitsreserven.

Die Wings of Wismar ist klar als Regattayacht entstanden, kann allerdings mit heutigen Racern nicht mehr mithalten. Dennoch setzen wir sie nach wie vor gerne bei Veranstaltungen wie der Max-Oertz-Regatta, den German Classics oder der Offshore-Youngsters-Regatta ein, wo sie nach wie vor konkurrenzfähig (verrechnet) teilnimmt.
Das neue Hauptbetätigungsfeld der Yacht sind aber Ausbildungs- und Übungstörns oder kleinere Regatten wie die wöchentlich ausgetragene Mittwochsregatta geworden. Durch die unaufgeregten Segeleigenschaften lässt sie sich ganz hervorragend dafür einsetzen und bildet so den Kern unseres Vereins.

| Besitzer | ASW e.V. |
|---|---|
| Baujahr | 1967 |
| Werft | De Dood Bremen |
| Bootstyp | 8KR Seekreuzer |
| Gewicht | 9000 kg |
| Länge | 12,30 m |
| Breite | 3,124 m |
| Masthöhe | 16 m |
| Motor | 56 PS Volvo Penta |
| Kojen | 6 (+2) |
| Yardstick | 103 |
| Takelungsart | Slup |